Berry's World

Bonner Hochschultage 2010

Here we go again! Auch dieses Jahr fanden an der Universität Bonn wieder die so genannten "Bonner Hochschultage" statt. Was du dir darunter vorstellen kannst und ob es sich für dich lohnt, im kommenden Jahr auch einmal vorbeizuschauen. Dies und Vieles mehr erfährst du hier!
Auch 2010 hieß es wieder: "Wir öffnen unsere Türen!". Viele hunderte Schüler und Schülerinnen, überwiegend der Jahrgangsstufen 11, 12 und 13, hatten - wie jedes Jahr - die Möglichkeit, an den unterschiedlichsten Studiumsvorstellungen teilzunehmen. Dabei handelt es sich nicht ausschließlich um Vorlesungen und Präsentationen, auch Führungen und Workshops bieten Einblicke in den Studienalltag. Von A wie Asienwissenschaften bis Z wie Zahnmedizin - Hier dürfte für jeden etwas dabei sein, der vorhat, demnächst auch einer der momentan etwa 28.000 Studenten an der Bonner Universität zu werden. Geleitet von verschiedensten Professoren und Studienberatern, die selbst alles erfolgreich hinter sich gebracht haben, kam hier keine Frage zu kurz. Ich selbst nahm die Invormationsveranstaltungen an zwei von fünf möglichen Tagen wahr und kann jedem, ganz nach dem Motto "Nicht die Katze im Sack kaufen"*, nur empfehlen, sich sein eigenes Bild bzw. überhaupt ein Bild des Studiums zu machen, das man in naher Zeit vielleicht wirklich antreten möchte.

English Studies

Nach einer kurzen Vorstellung der Universität selbst durch Doktorin Nicole Meier erwartete uns eine spannende Studiumsvorstellung zum Thema "Words and their organsiation in the mind" durch PD* Dr. Rolf Kreyer. Mithilfe des Spiels "Tabu" brachte er uns die englischsprachige Welt ein kleines Stückchen näher. Und so hieß es "Bite the dust", denn jetzt wurden unsere grauen Gehirnzellen herausgefordert. Wann ist eine Tabukarte einfach? Wann ist sie schwer? In diesem Zusammenhang beschäftigten wir uns sowohl mit "synonymy", "hypernymy" und "complementarity". All diese Faktoren spielen eine wichtige Rolle bezüglich des Spiels, um alle Bereiche abdecken zu können, die mit einem Begriff in Verbindung gebracht werden können und ihn somit zu leicht erratbar machen. Dies ist jedoch nur ein kleiner Teil des Vortrages von Kreyer. Abgelöst wurde dieser schließlich von Imke Pannen M.A., einer Lektorin der Universität. Nach einer Vorlesung aus Shakespeare's "A Kingdom for a stage" erwateten uns unter Anderem die Themen: "Renaissance", "Elizabethan Era"/"Queen Elizabeth I" und "Shakespeare's Works".

Rechtswissenschaft

Gleich zu Beginn des Vortrages versuchten uns die Professoren eines klarzumachen: "Ein Jurastudium ist nicht so trocken, wie man sagt, aber dennoch mit viel Lernerei verbunden!". Nicht anders als bei anderen Studiengängen müssen die Grundlagen zunächst theoretisch erarbeitet und erlernt werden. Das sich dies von der späteren Tätigkeit beispielsweise als Richter oder Rechtsanwalt unterscheidet, liegt auf der Hand. Dennoch muss dieses erlernte Wissen auch später noch auf Sachverhalte angewendet werden können, weshalb das Studium eigentlich die beste Vorbereitung und kein "trockenes Absitzen der Zeit" sein sollte. Mit einigen Anschaulichen Beispielen versuchten uns ein Professor und eine Doktorin nacheinander, sowohl etwas von der Rechtsgeschichte, der Rechtsphilosophie, als auch von der Rechtssoziologie mit auf den Weg zu geben. Fragen wie: "Gibt es einen Unterschied zwischen dem Gesetzbuch und der Vorstellung von Gerechtigkeit?" und "Warum straft man?/Wirkt Strafrecht abschreckend?" wurden hierbei besonders thematisiert. Aber auch der Unterschied zwischen dem öffentlichen Recht (Bürger - Staat) und dem Zivilrecht (Bürger - Bürger) wurde anschaulich erklärt. Besonders gefallen hat mir, dass wir als Zuhörer häufig und sehr bewusst mit in den Vortrag einbezogen wurden. So beschäftigte uns z.B. folgende Problemstellung: Ab wann kann man von Diebstahl sprechen: Wenn jemand etwas nicht Bezahltes in seine Jackentasche einsteckt oder wenn er das Kaufhaus komplett verlässt? - Beim bloßen Einstecken! Außerdem wurde uns deutlich gemacht, dass bloßer Diebstahl je nach Fall mit einer Freiheitsstrafe von 5 Jahren bestraft werden kann, jedoch muss hier besonders auf den Vorsatz geachtet werden. Jemand, der in einer Kneipe statt seiner eigenen die Jacke eines anderen anzieht und somit mit nach Hause nimmt, muss dafür selbstverständlich keine 5 Jahre ins Gefängnis. In diesem Zusammenhang beschäftigten wir uns auch mit unserem natürlichen Rechtsgefühl, der Definition von Schuld, und bekamen den Ablauf des Jurastudiums selbst (Gutachten schreiben etc), sowie wählbare Schwerpunktsbereiche vorgestellt. Selbst über das Benotungssystem, Staatsexamen, Durchfallquoten und mögliche spätere Verdienste wurde im ganzen Plenum diskutiert.

Kritik

Alles in allem denke ich, dass die "Bonner Hochschultage" für Oberstufenschüler, die es in Betracht ziehen, später einmal zu studieren, eine sehr gute Möglichkeit sind, alles einmal genau und unverbindlich kennenzulernen. Ich denke jedoch auch, dass die Präsentationen und Vorführungen der Studiengänge sehr vereinfacht dargestellt werden (soweit ich das berurteilen kann). Besonders der Vortrag Kreyers (siehe oben) hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen, da man deutlich merkte, dass er einfach Spaß an seiner Arbeit hat. Allerdings finde ich es bedenklich, dass ich bei einem Vortrag eines höchstwahrscheinlich perfekt Englisch sprechenden Professoren jedes einzelne Wort verstehe und ihm ohne Probleme folgen kann. Ohne zu wissen, wie es später tatsächlich sein wird, schätze ich, dass die Universität das Programm bewusst etwas "harmloser" präsentiert, um möglichst viele Studierende für sich gewinnen zu können. Konkurrenz gibt es schließlich genug. Das man damit später auf die Nase fallen kann, bräuchte ich eigentlich nicht extra zu erwähnen. Vielleicht sollte man dann aber auch einmal mit älteren Bekannten, Freunden oder Familienmitgliedern sprechen, die selbst studiert haben, um ein noch klareres Bild des Ganzen zu bekommen und sich auch richtig zu entscheiden, da die Berufswahl letztlich wohl einer der entscheidensten Schritte unseres Lebens ist.

Quellen
Dr. Nicole Meier
PD Dr. Rolf Kreyer
Imke Pannen M.A.
+ ausschließlich Mitschriften

Bildquelle
Selbst geknipst |19.02.10

Für euch zum Nachlesen
Tabu - was war das nochmal?
Bonner Hochschultage 2011
Zentrale Studienberatung

Anmerkung
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3.76 mit 17 Stimmen *****

Bonner Hochschultage, Uni, Studium, 2010 05.03.2010 - 0 Abonnenten - 241 mal gelesen

Kommentare:

eViLboY schrieb:

07.03.2010

Schöner Artikel :) 
Berry schrieb:

07.03.2010

Danke =)

War vielleicht noch jemand da und sieht das genauso/anders,
war bei anderen Vorstellungen von Studiengängen oder oder oder?

M)
Lorena schrieb:

09.03.2010

Hihi das ist echt nett geschrieben. Vor allem aus meiner Perspektive als Jurastudentin. Kann auch nur sagen, dass es nicht so trocken ist, wie es sich manche vorstellen. Klar sehen solche Tage immer etwas anders aus. Schließlich sollen neue Studenten geworben werden. In der Realität sieht das mit dem Einbeziehen der Studenten in der Vorlesung bei den meisten Profs jedoch etwas anders aus. Aber wie ich aus deinem Bericht lesen kann, wurde auf jeden Fall versucht einen kleinen Einblick in die Materie zu gewähren. Und ich denke dass dies auch ganz gut gelungen ist.
Im Studium bekommt man jedoch noch häufig zu hören, dass man es sein lassen sollte, wenn man bestimmte Sachen nicht versteht usw. Davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen. Wie in der Schule gibts auch in der Uni bessere und "schlechtere" Profs.

Schön geschrieben =)
Berry schrieb:

09.03.2010

Gut, das mal von jemandem zu hören, der weiß, wie es tatsächlich
alles abläuft. Ich denke auch, als Einblick reicht das erst einmal.
Kommen denn so viele nicht mit dem Stoff mit oder wie meinst du das?
Danke & lg =)